Erfolgreiche Markenführung ist wie ein Gastmahl mit sorgfältig ausgewählten Zutaten und fein aufeinander abgestimmten Gängen. Aber das ist nicht alles: Ein guter Koch weiß, wer zum Essen kommt. Er kennt den Geschmack und die Gewohnheiten seiner Gäste. Er weiß, wann er ihren Gaumen mit Gewohntem umschmeicheln und wann er sie mit Ungewohntem erstaunen kann.
Auch ein guter Werber weiß, wer zum Essen kommt. Er spricht mit Worten, Bildern und Klängen, die seine Zielgruppe versteht. Interkulturelles Marketing ist genaues Zielgruppenmarketing, es berücksichtigt Gepflogenheiten, Werte und Befindlichkeiten. Und es verhindert den sprichwörtlichen Tritt ins Fettnäpfchen.
In den vergangenen Jahrzehnten haben sich in Deutschland aus ethnischen Minderheiten neue kulturelle Identitäten entwickelt: eine Synthese aus verschiedenen Kulturen und Traditionen, aus historischer Bedingtheit und gesellschaftlicher Gegenwart – mit ganz eigenen Hoffnungen und Träumen. Neue Zielgruppen entstanden, mit neuem Selbstbewusstsein, mit eigenen Bedürfnissen und Rezeptionsgewohnheiten. Auch das Marketing entwickelte sich. Aus Ethnomarketing wurde Interkulturelles Marketing – Marketing auf gleicher Augenhöhe.
Die in Deutschland lebenden 2,8 Millionen Deutschtürken haben ihre eigene Kultur, die weder deutsch ist noch türkisch. Und sie haben ein eigenes kulturelles Selbstbewusstsein. Als Konsumenten sind sie äußerst attraktiv: Sie sind jünger als die Deutschen, haben ein ausgeprägteres Markenbewusstsein und eine Kaufkraft von mehr als 17 Milliarden Euro. Und die Aufwendungen für einen erfolgreich geworbenen Neukunden sind bei Deutschtürken im Allgemeinen deutlich geringer als bei deutschen Zielgruppen. Ähnliches gilt für Deutschrussen oder Deutschitaliener und die andere „neue“ Kulturen in Deutschland.